abschlussbericht

Von dem Tag meiner Ankunft in meinem Projekt in Tikiapara, einem Viertel in Howrah/Kalkutta, weiß ich nicht mehr allzu viel. Ich erinnere mich noch wie ich am Flughafen von einigen Kids und Mitarbeitern des Projekts abgeholt wurde, mit welcher Offenheit, Neugierde und Freundlichkeit mir die Kinder sofort begegnet sind. Ich erinnere mich noch wie mich die Hitze fast erschlagen hat sobald ich aus dem Flughafen herauskam. Dann das erste Indische „Streetfood“, Samosa, in einem Shop direkt gegenüber vom Ausgang des Flughafens das mir und den Kids vom Projekt spendiert wurde. Anschließend die Fahrt vom Flughafen quer durch Kalkutta zu unserem Projekt nach Tikiapara. Hier verblassen meine Erinnerungen dann ein bisschen. Die vielen Autos, Taxis, Busse und Motorräder- der verrückte Verkehr, das Hupen, die vielen Lichter der Stadt, die Luft, die vielen Menschen links und rechts neben der Straße. Und dann kamen wir irgendwann an in Tikiapara, in zwei Autos, vollgepackt mit Kindern, Mitarbeitern und mir. Viel mehr weiß ich nicht mehr von diesem Tag, diesem Abend, dieser ersten Nacht in Indien. Ich weiß jedoch nun, heute, dass es der Startschuss war in eine unglaubliche Zeit die mir so viel gegeben hat und die ich nie vergessen werde.

Untergebracht war ich in dem Hauptstandort unseres Projekts in Tikiapara, wo auch unser Office und unsere Schule sich befinden. Es dauerte nicht lange bis ich mich im Projekt heimisch gefühlt habe, die Offenheit und Herzlichkeit der Kinder und Mitarbeiter sorgten schnell dafür. Auch durfte ich direkt Aufgaben im Projekt übernehmen, wodurch ich mich sofort eingebunden, gebraucht und als ein Teil des Teams gefühlt habe. Die Aufgaben die ich anfangs übernahm waren vor allem das Unterrichten in unserer Schule in Tikiapara und Nachhilfeunterricht in unserem Nachhilfecenter an unserem zweiten Projektstandort in Liluah an einem großen Müllberg. Nach und nach (im Verlauf von 1-2 Monaten) kamen dann auch die anderen Tätigkeiten und Aufgaben hinzu, die ich dann über das Jahr hinweg ausführen würde, zum Beispiel den Sozialarbeitern im Office Schreib-, Scan- oder Kopier arbeit abnehmen, Reparatur- bzw. Hausmeistertätigkeiten erledigen die rund um Projekt anstanden, Projektführungen für am Projekt interessierte Menschen geben, den Briefverkehr zwischen den Kindern und ihren deutschen Paten koordinieren usw.

Die größte Herausforderung unter all den Aufgaben war das Unterrichten. Hier wurde mir sehr stark der Umfang und die Komplexität des Lehrerberufs deutlich, aus Unterrichtsvorbereitung, Unterrichtsdurchführung und Unterrichtsnachbereitung und die Betrachtung und Beziehung zu den einzelnen Kindern vor dem Hintergrund derer schulischen aber vor allem auch persönlichen Entwicklung. Unterrichtet habe ich vor allem die Fächer Englisch, Sport und Musik. Die Vormittage unter der Woche habe ich somit meistens unterrichtend oder mit Office Arbeiten verbracht und die Nachmittage mit Nachmittagsbetreuung, Fußballtraining und Nachhilfeunterricht in English in unserem Nachhilfecenter in Liluah. Samstags standen dann noch ein Lehrermeeting sowie ein komplettes Teammeeting an, an dem alle Mitarbeiter teilnahmen. Dadurch dass ich einen festen Stundenplan und einen geregelten Wochenablauf hatte sowie die sonstigen Arbeiten und Tätigkeiten außerordentlich abwechslungsreich waren habe ich mich mit meinem Arbeitsalltag immer sehr wohl gefühlt.

Durch die große Herzlichkeit der Kinder und Mitarbeiter wurde mir mein Einstieg ins Projekt sehr leicht gemacht. Weitaus länger hat es gedauert bis ich mich in Tikiapara heimisch gefühlt hatte und mich wirklich an die Umstände die das Leben im Slum mit sich bringt gewöhnt hatte. Jedoch hat mir das Projekt und die Arbeit im Projekt immer eine Basis geboten die sich gut und richtig anfühlte und die mir geholfen hat mit all den anderen Dingen umzugehen und mich daran zu gewöhnen. Die vielen Eindrücke aus dem Slum und dem Leben der Menschen dort haben mich realistischer, aufgeräumter und ruhiger gemacht im Bezug auf mein Leben und meine Erwartungen an dieses und mich selbst. Die Erfahrungen im Slum und im Projekt haben mir eine solide Idee gegeben was ich in Zukunft in meinem Leben tun und machen möchte, und wie ich es leben will. Ich nehme so viel Dankbarkeit, Gelassenheit und Glaube mit aus diesem Jahr und möchte meinem Projekt und den Menschen die ich kennen lernen durfte noch lange verbunden bleiben.

dritter zwischenbericht

Gerade steht für unser Lehrerteam und mich die Planung des Lehrplans für den zweiten “Term” des Schuljahres in unserer projekteigenen Schule an. Das Schuljahr ist in drei “Terms” (Abschnitte) eingeteilt. In den Planungen für den zweiten Term geht es nun wieder darum einen Lehrplan für jedes Fach zu erarbeiten und einen groben Zeitplan zu erstellen welches Thema wann und wie unterrichtet werden soll. Im zweiten Term werde ich nach wie vor die Klasse 4 in Englisch und Musik unterrichten, die Klasse 1 ebenfalls in Englisch und Sport und auch die Vorschul- Klasse in Sport. Zudem haben wir nun einen Schüler aus der 4 Klasse der von nun an Einzelunterricht bekommt und den ich ebenfalls in Englisch betreuen werde.

Meine Tätigkeiten in den letzten drei Monaten unterschieden sich nicht viel von denen der vorherigen drei Monate. Montags bis Freitags morgens stand der Unterricht auf dem Programm und Nachmittags entweder Fußballtraining (Dienstags und Donnerstags) oder Nachhilfeunterricht in Liluah (Montags und Freitags). Samstag morgens findet dann das Teammeeting statt und Nachmittags gebe ich vier Projektkindern aus Tikiapara English Nachhilfe. Sonntags morgens ist Fußballtraining und Open Space in Liluah und Nachmittags ist dann Frei. In meiner Unterrichtsfreien Zeit habe ich meinen Unterricht Vor -und Nachbereitet, mit den Sozialarbeitern zusammen gearbeitet (z.B. Hausbesuche bei Kindern unseres Projektes) und Hausmeistertätigkeiten im und ums Projekt übernommen.

Für den zweiten Term wird es jetzt nochmal einen neuen Stundenplan in unserer Schule geben was aber quasi keine Auswirkungen auf meinen Tagesablauf haben wird. Im Vergleich zu den vorherigen drei Monaten gab und gibt es also keine großen Veränderungen in meinem Aufgabenbereich.

Die größte Herausforderung ist nach wie vor das Unterrichten der kleinen Kids.  Oft fällt es mir noch schwer Dinge wie Unterrichtsinhalte, Anweisungen oder Regeln so klar und deutlich rüberzubringen wie es für die Kids wichtig wäre,  jedoch freut es mich dann umso mehr wenn ich das Gefühl habe dass sich etwas etabliert hat oder die Kids Spaß am Unterricht haben und Aufmerksam dabei sind. Meinen Kids einerseits klar und konsequent Regeln und Konsequenzen aufzuzeigen die sie aus ihrem Umfeld nicht kennen, die wir als Schule aber als wichtig im Sinne eines fairen und friedlichen Zusammenlebens betrachten, ihnen Aufmerksamkeit und Zeit zu geben sich an diese und andere Dinge zu gewöhnen und sie zu verstehen und ihnen gleichzeitig die Liebe und Zuneigung zu geben die sie so dringend brauchen empfinde ich als eine komplexe, aber für das weitere Leben der Kids im Zeichen einer besseren Zukunft so unglaublich wichtige Mission.

Im Unterricht und auch im Fußballtraining der Klasse 4 sehe ich dass sich die Kids schon relativ gut an Regeln und Trainings- sowie Unterrichtsstrukturen gewöhnt und diese verinnerlicht haben.

Ich fühle mich nach wie vor sehr wohl im Projekt und bin glücklich über meine Aufgaben.

Für die verbleibende Zeit nehme ich mir vor meinen Unterricht und das Fußballtraining weiter strukturell und ideell zu verbessern und meine Mithilfe in unserem Projekt weiterhin durch verlässliche, fokussierte und zielführende Arbeit zu einem guten Abschluss zu bringen.

2nd interim report (english version)

 

Some things have happened in the past three months at my project H.E.L.G.O. e.V. In Tikiapara which is where the school is that was founded by the project we have a new school principal. From the first day she managed to give many new impulses. We composed a new curriculum with the whole staff. At the beginning of January we welcomed new children to our school which resulted in a new schedule. Now there is a pre-school group, a first, a fourth and sixth grade. The new beginners are pre-school children and first graders. Since then I teach sport in a joint group of pre-school children and first graders, English and music in the first grade and English in the fourth grade. I am the soccer coach for the fourth and sixth graders. Classes are still Monday thru Friday in the morning. Soccer practice hours were doubled, now taking place twice a week, i.e. Tuesday and Thursday afternoon. As it was one of my goals to offer more soccer training. I am very happy about this development. The Saturday mornings which were formerly dedicated to soccer practice now provide two hours of martial arts training with martial arts coaches from Kolkata. Our sports program now provides the children with a varied and balanced mix of classical sport lessons, soccer training, martial arts and yoga. I still drive to the Coaching Center in Liluah, the other branch of our project, three times a week to tutor in English in the afternoon. We are planning to introduce sport lessons in Liluah, too. The recently reopened Coaching Center is still being reconstructed and developed after a longer period of closing time. In my free time between classes I prepare and assess lessons, do office work or jobs that are related to my work with the children such as buy sports shoes for the children, help the children write letters to their German sponsors, edit, print and laminate ID’s for a class trip, scan and save/file documents, transport items from Tikiapara to Liluah or do janitor and repair work.

 

Feeling happy in our project I very much appreciate the open and constructive co-operation with the teachers and the employees. I feel that I can help change things for the better and I feel needed. Seeing the employees of the project working together as a cohesive team, creating a positive atmosphere they became a role model for a team that can be successful whatever the circumstances/under various circumstances.

 

My biggest challenge still is teaching, especially teaching the youngest. It is not always easy to reach them, because I still speak very little Hindi and some of the children don’t speak any English yet. I am very thankful for just this experience. My resolution made at the end of the first three months to strengthen and broaden the sport program was put into effect together. I had also intended to put more time and detailed planninginto the preparation and the assessment of my lessons. But I am not yet satisfied with what I have achieved and I want to focus on that matter again. Furthermore, I mean to properly get to work on learning Hindi. I going to learn and write down one word per day, and one sentence per week. In addition to that I will reserve two hours per week to study Hindi from a book.

1st interim report (english version) big thanks to my mom and my sister teresa for the translation work! :)

 

My project H.E.L.G.O.e.V. is situated in Tikiapara, a slum in Howrah/Kolkata. Here we have a small school for children coming from the poorest backgrounds. Currently, we have a kindergarten class, a group of 3rd graders and a group of 5th graders. Classes are Monday thru Friday from 8.30 am to 1.45 pm. Then we have lunch. After lunch there is time to do some homework. On Tuesdays and Thursdays between 4 pm and 6 pm we offer extracurricular activities such as sport, playing and biking, or very basic computer training (occasionally). The schedule for Saturday is soccer training from 8 am to 10 am, and after that painting, sewing and drawing. The school is closed on Sundays.

 

The project’s second branch is located in Liluah, a less densely populated but even poorer slum than Tikiapara 20 minutes away by bike (10 minutes by motorbike). In Liluah is our Coaching Center. It opens at midday Monday thru Friday and offers lunch for the children coming home from state schools. Afterwards, from 4 pm to 6 pm, we provide tutoring in English and Hindi to help them keeping up at their state schools. On Saturdays we offer drawing and painting. On Sundays the Coaching Center is open from morning until 3 pm offering a place to roam freely, play and run.

 

My tasks and activities in the project are as follows: We all, children and teachers, start our day together with a morning circle. After that classes start. I teach the 3rd grade English literature (Monday, Tuesday and Friday) and music (Monday, Tuesday), and I am in charge of the reading lesson(Friday). When, in the morning, I have free time between classes I help in the project office or prepare or assess lessons. Office tasks comprise, among others, computer work, scanning of documents and developing the project (e.g. work out a sport curriculum with a theoretical and a practical content). The office is also the place where the first aid case is kept which holds a great attraction for the children. So there is not a day when there is not a child (or more than one) that needs medical care from the first aid case.In addition to that in the time between lessons I carry out organizational or practical jobs: buy bus tickets, find a place where to buy projector lamps, take notebooks to have them repaired, or repair little things in our house. There has not been a day yet without things to do during my “in-between hours”. On Tuesday and Thursday afternoons I work in the Coaching Center in Liluah (see above). On Saturday mornings I am in charge of the soccer training as a coach.

 

Three times a week I go to the Coaching Center in Liluah (Monday, Friday and Sunday). Monday and Friday is for English tutoring between 4 pm and 6 pm. On Sunday I mind the children during their playtime. Wednesday is my free day.

 

I feel very well integrated in the everyday working routine of the project. Also I am happy with the responsibility and the challenges that come with the tasks that are assigned to me. I feel very happy at the project. I like interacting with the children, because it is very rewarding. Planning and preparing lessons was and still is a big challenge. It is about finding out how to inspire the children, how to arouse their enthusiasm for the subject, for learning and for new things in general. That is what it’s all about. I do not always succeed, but I do succeed more and more often. It is the children being so open-minded and joyful who help me deal with the harder things of life in a slum and of life in general. For the future I intent to further establish the sport and soccer program and to show the smaller children how much fun it is and what sport can do for them. I also plan to spend more time on preparing and assessing my lessons in order to improve my teaching. I am looking forward to the next months.